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Barahona – Über die Region

Barahona Expert

Barahona & der Südwesten

Im Südwesten der Dominikanischen Republik, dort wo die Sierra de Bahoruco steil ins Karibische Meer abfällt, liegt Barahona. Sieben Nationalparks, der tiefste Punkt der Karibik.
Für uns ist der Südwesten das ursprünglichste Gesicht der Insel, authentisch, wild und herzlich.
Natur & Abenteuer pur
Von einsamen Strandbuchten über Nebelwälder auf 2 000 Metern bis zu Salzseen mit Flamingos und Krokodilen.
Hnadwerk & Kultur erleben
Bio-Kaffee aus Polo, Salinen und Zuckerrohr: Erleben Sie den Süden, wo die Menschen wirklich arbeiten und leben.

Barahona – Reisetipps & Informationen

Barahona liegt im Südwesten der Dominikanischen Republik, rund 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Santo Domingo. Die Provinz Barahona umfasst etwa 1 739 km² und reicht von der Bucht von Neiba im Osten bis in die Höhenlagen der Sierra de Bahoruco im Westen. Gemeinsam mit den Provinzen Bahoruco, Independencia und Pedernales bildet sie die Region Enriquillo, den ursprünglichsten Teil des Landes.

Was die Region einzigartig macht:

  • Der Lago Enriquillo liegt 46 Meter unter dem Meeresspiegel – der tiefste Punkt der Karibik und gleichzeitig der grösste See des Landes
  • Die Sierra de Bahoruco erhebt sich auf über 2 300 Meter (Loma del Toro); innerhalb der Provinz Barahona erreichen die Gipfel rund 1 600 Meter
  • Der Nationalpark Jaragua ist mit rund 1 374 km² das grösste Schutzgebiet der Karibik
  • Der Río Los Patos gilt mit wenigen hundert Metern als einer der kürzesten Flüsse des Landes
  • Larimar wird ausschliesslich hier abgebaut, weltweit an keinem anderen Ort

Auf nur rund 100 Kilometern Luftlinie wechseln sich Trockenwald mit Kakteen, Karibikstrände, Nebelwald und Salzseen ab. Diese Dichte an Landschaftstypen finden Sie nirgends sonst in der Dominikanischen Republik.

Die Sierra de Bahoruco ist der Schauplatz einer der bekanntesten Episoden der Inselgeschichte: Zwischen 1519 und 1533 zog sich der Taíno-Kazike Enriquillo mit seinen Anhängern in diese Berge zurück und widerstand den spanischen Truppen über 13 Jahre lang. Sein Aufstand endete mit einem Friedensvertrag, ein für die Kolonialzeit einmaliger Vorgang. Der Lago Enriquillo und die gesamte Region Enriquillo tragen heute seinen Namen.

Die Stadt Barahona selbst ist jung: Ihre Gründung begann 1802 im Auftrag des haitianischen Generals Toussaint Louverture, zunächst als Militärposten des Distrikts Neiba. Mit der Gründung der Provinz im Jahr 1881 wurde Barahona deren Hauptort. Im 20. Jahrhundert prägten Zuckerrohr, Salz- und Gipsabbau sowie Kaffee die Wirtschaft. Spuren, die man in den Bateyes, Salinen und alten Hafenanlagen noch heute sieht.

1957 wurde der Larimar zum ersten Mal beschrieben, ab 1974 systematisch abgebaut, seither ist der Stein zum Wahrzeichen der Region geworden. 2002 erklärte die UNESCO das Gebiet Jaragua-Bahoruco-Enriquillo zum Biosphärenreservat.

Der Südwesten ist die trockenste und heisseste Region der Dominikanischen Republik. An der Küste liegen die Tagestemperaturen zwischen 29 Grad in den Wintermonaten und 33 Grad im Sommer; im Bereich des Lago Enriquillo und im Trockenwald von Pedernales werden im Sommer regelmässig über 40 Grad erreicht. Die Wassertemperatur bleibt ganzjährig bei angenehmen 26 bis 29 Grad.

Ganz anders in den Bergen: In der Sierra de Bahoruco fällt das Thermometer nachts auf unter 10 Grad, im Hoyo de Pelempito wurden schon Werte um den Gefrierpunkt gemessen. Wer in die Höhe fährt, sollte eine warme Jacke im Gepäck haben, auch mitten im Sommer.

Regen fällt hauptsächlich im Mai/Juni und zwischen September und November, meist als kurzer, kräftiger Nachmittagsschauer. Die Region liegt im Regenschatten der Berge und wird von Hurrikanen deutlich seltener getroffen als die Nord- und Ostküste.

Grundsätzlich ist Barahona ein Ganzjahresziel. Die angenehmste Zeit für Rundreisen und Wanderungen liegt zwischen November und April: trockener, weniger heiss, klare Sicht in den Bergen.

Für Vogelbeobachtungen ist die Zeit von Dezember bis Mai ideal, dann sind die endemischen Arten in Brutstimmung und zusätzlich zahlreiche nordamerikanische Zugvögel wie der Bicknell-Drossel in der Sierra de Bahoruco anwesend. Flamingos an der Laguna de Oviedo und der Laguna Rincón beobachtet man am besten in den frühen Morgenstunden, das ganze Jahr über.

Wer die Region besonders ruhig erleben möchte, reist im Mai/Juni oder September/Oktober, dann sind die Balnearios auch an Wochenenden kaum besucht. In der Semana Santa (Osterwoche) und um Neujahr sind die Flussbäder dagegen ein beliebtes Ziel der Dominikaner selbst: laut, fröhlich und sehr authentisch.

In der Provinz Barahona leben rund 200 000 Menschen. Die Provinzhauptstadt Santa Cruz de Barahona, meist einfach Barahona genannt, zählt etwa 84 000 Einwohner und ist damit das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Südwestens: Markt, Hafen, Universität, Krankenhaus und der regionale Flughafen liegen hier.

Entlang der Küste reihen sich kleine Orte wie Bahoruco, Baoruco, La Ciénaga, Paraíso, Los Patos und Enriquillo. In den Bergen liegen Polo (Kaffee) und Cachote (Nebelwald), im Landesinneren Cabral am Süsswassersee Laguna Rincón sowie Neiba und Duvergé am Lago Enriquillo.

Die Bevölkerung des Südwestens ist stark afrokaribisch geprägt und traditionell eng mit dem benachbarten Haiti verbunden. Die Menschen gelten selbst innerhalb der Dominikanischen Republik als besonders offen und gastfreundlich. Tourismus ist hier noch die Ausnahme, nicht die Regel.

Nirgendwo im Land liegen so viele Schutzgebiete so dicht beieinander. Sieben davon erreichen Sie von Barahona aus als Tagesausflug oder auf einer Rundreise:

  • Nationalpark Jaragua – rund 1 374 km², davon etwa 905 km² marin; grösstes Schutzgebiet der Karibik mit Bahía de las Águilas, Laguna de Oviedo und den Inseln Beata und Alto Velo
  • Nationalpark Sierra de Bahoruco rund 1 126 km²; Kiefern-, Nebel- und Trockenwald, Hotspot für endemische Vögel und Orchideen
  • Nationalpark Lago Enriquillo & Isla Cabritos Salzsee mit amerikanischen Krokodilen, Nashornleguanen und Flamingos
  • Nationalpark Sierra de Neiba Nebelwald nördlich des Lago Enriquillo
  • Laguna Rincón (Cabral) der grösste Süsswassersee des Landes, Heimat der endemischen Schmuckschildkröte
  • Nationalpark Cabo Rojo / Bahía de las Águilas acht Kilometer unbebauter Sandstrand
  • Biosphärenreservat Jaragua-Bahoruco-Enriquillo seit 2002 von der UNESCO anerkannt, verbindet die Schutzgebiete zu einem der bedeutendsten Biodiversitäts-Korridore der Karibik

Für die meisten Parks ist ein Eintritt zu bezahlen; in Jaragua, Isla Cabritos und Laguna de Oviedo ist die Begleitung durch einen lokalen Guide vorgeschrieben. Wir organisieren Genehmigungen, Boote und Guides für Sie.

Der Lago Enriquillo ist eine geologische Kuriosität: Der etwa 25 Kilometer lange und 8 Kilometer breite Salzsee liegt 46 Meter unter dem Meeresspiegel und markiert damit den tiefsten Punkt der gesamten Karibik. Früher war er eine Meeresbucht, bei der Hebung der Insel wurde er vom Meer abgeschnitten, sein Wasser ist deshalb bis zu dreimal salziger als das Karibische Meer.

Im See liegt die Insel Isla Cabritos, ein eigener Nationalpark. Hier leben eine der grössten Populationen amerikanischer Krokodile der Karibik, Nashornleguane (Cyclura cornuta) sowie der nur in dieser Region vorkommende Ricord-Leguan (Cyclura ricordii). Rund 135 Vogelarten wurden am See nachgewiesen, darunter grosse Gruppen von Flamingos.

Bootstouren starten in La Descubierta oder Boca de Cachón, am besten früh morgens, dann sind die Krokodile am Ufer aktiv und die Hitze noch erträglich. Auf der Nordseite lohnt zusätzlich ein Halt bei den Taíno-Petroglyphen von Las Caritas, in den Kalkfelsen über dem See.

Die Sierra de Bahoruco ist das botanisch reichste Gebirge des Landes. Innerhalb weniger Fahrstunden durchqueren Sie Trockenwald mit Kakteen, Laubwald, Kiefernwald und schliesslich Nebelwald mit Baumfarnen und Orchideen. Rund 170 Orchideenarten gibt es hier.

Spektakulärster Aussichtspunkt ist der Hoyo de Pelempito: eine über 700 Meter tiefe, Senke, deren Aussichtsplattform auf rund
1 200 Metern liegt. Durch den Kaltluftsee am Boden der Senke herrscht dort ein eigenes Mikroklima mit Temperaturen, die deutlich unter denen der Umgebung liegen

Weitere Höhepunkte:

  • Cachote Nebelwald auf rund 1 200 Metern, per Allrad von La Ciénaga erreichbar
  • Loma del Toro Grenzkamm auf über 2 300 Metern mit Blick nach Haiti
  • Zapotén und Puerto Escondido die klassischen Beobachtungsplätze für endemische Vögel
  • Polo Magnético bei Polo, wo Fahrzeuge mit abgestelltem Motor scheinbar bergauf rollen; eine perfekte optische Täuschung

 

Die Pisten in die Sierra sind grob und steil. Fahrten in die Höhenlagen sind ausschliesslich mit Allradfahrzeug und ortskundigem Fahrer sinnvoll beides organisieren wir gerne.

Die Strände des Südwestens unterscheiden sich deutlich von den Puderzuckerstränden im Osten: Hier trifft man auf Kies- und Kieselbuchten, in denen die Berge direkt ins türkisfarbene Wasser abfallen, dramatisch, klar und meist völlig menschenleer.

  • Bahía de las Águilas acht Kilometer unverbauter weisser Sandstrand im Nationalpark Jaragua, nur per Boot von Las Cuevas oder mit Allrad erreichbar. Einer der schönsten Strände der Karibik.
  • Playa Paraíso langer Sandstrand mit Flussmündung, ideal für Familien
  • Playa San Rafael Kiesbucht mit natürlichen Süsswasserbecken und Fischständen; das Wahrzeichen der Küstenstrasse
  • Balneario Los Patos kristallklares Süsswasserbecken direkt am Meer, gespeist vom kürzesten Fluss der Region
  • Playa El Quemaíto ruhige Bucht kurz südlich von Barahona
  • Playa Bahoruco und La Ciénaga Kieselstrände mit spektakulärer Bergkulisse

 

Beachten Sie: An der offenen Südküste kann die Brandung kräftig und die Strömung stark sein. Rettungsschwimmer gibt es nicht. Die Süsswasserbecken der Balnearios sind dagegen auch für Kinder bestens geeignet.

Hispaniola hat rund 32 endemische Vogelarten und in der Sierra de Bahoruco lassen sich nahezu alle davon beobachten. Für Ornithologen ist der Südwesten deshalb das wichtigste Reiseziel der Karibik.

Zu den gesuchtesten Arten gehören:

  • Hispaniola-Kreuzschnabel (Hispaniolan Crossbill)
  • Hispaniola-Trogon (Hispaniolan Trogon)
  • Rotbrust-Kuckuck (Bay-breasted Cuckoo)
  • Westlicher Chat-Tanager (Western Chat-Tanager)
  • La-Selle-Drossel (La Selle Thrush)
  • Hispaniola-Amazone und Hispaniola-Sittich
  • Als Zugvogel: die Bicknell-Drossel aus Nordamerika

Auch abseits der Vogelwelt ist die Region bemerkenswert: Der Nashornleguan und der weltweit nur hier vorkommende Ricord-Leguan, der Hispaniola-Schlitzrüssler (Solenodon) und die Hispaniola-Baumratte (Hutia) gehören zu den seltensten Tieren der Karibik. An den Stränden des Jaragua-Parks legen vier Meeresschildkrötenarten ihre Eier ab.

Unsere geführten Vogelbeobachtungs-Touren werden von Efraín Feliz und seinem Team von Hispaniolan Birding Tours geleitet aufgewachsen in Barahona und mit der Sierra de Bahoruco vertraut wie kaum jemand sonst.

Larimar ist eine hellblaue Varietät des Minerals Pektolith und kommt weltweit ausschliesslich in der Provinz Barahona vor. Abgebaut wird der Stein in den Minen von Los Chupaderos bei Las Filipinas, tief in den Ausläufern der Sierra de Bahoruco. In engen, handgegrabenen Schächten holen die Mineros das Gestein aus dem Berg; die Arbeit ist bis heute weitgehend Handarbeit.

Der Name geht auf den Entdecker Miguel Méndez zurück, der den Namen seiner Tochter Larissa mit dem spanischen mar (Meer) verband. Je gleichmässiger und intensiver das Himmelblau, desto wertvoller der Stein.

Ein Besuch der Minen lässt sich gut mit dem Larimar-Museum und den Werkstätten in Barahona verbinden. Wenn Sie Schmuck kaufen möchten: Achten Sie auf Herkunftsnachweis und lassen Sie sich beim Kauf begleiten, gefärbtes Glas und Imitate sind in Touristenzonen verbreitet.

In den Höhenlagen um Polo, auf 700 bis 1 000 Metern, wächst einer der besten Kaffees des Landes, vielfach in Bio-Qualität und im Schatten grosser Bäume angebaut. Die Ruta del Café führt zu Kooperativen, in denen Sie die gesamte Verarbeitung von der Kirsche bis zur Röstung sehen und den Kaffee direkt beim Produzenten kaufen können. Jedes Jahr im Juni feiert Polo sein Kaffeefestival.

Rund um Neiba am Lago Enriquillo liegt das Weinbaugebiet der Dominikanischen Republik, die Trauben aus Neiba sind landesweit bekannt, ebenso der süsse Wein und der Traubensaft aus der Region.

Weitere Produkte des Südwestens: Zuckerrohr aus der Ebene um Barahona, Salz aus den Salinen von Puerto Viejo, Gips, Bananen, Mangos, Guandules (Straucherbsen) und Meersalzfisch. Wer im Sommer reist, sollte die Mangosaison nicht verpassen.

Die dominikanische Basis ist auch hier zu Hause: Reis, Bohnen, Fleisch, Salat und frittierte Kochbananen – die Bandera Dominicana. Der Südwesten hat darüber hinaus einige ganz eigene Spezialitäten:

  • Chivo liniero Ziege, die im Trockenwald wilden Oregano frisst und dadurch einen unverwechselbaren Geschmack bekommt; die Spezialität der Region
  • Fisch und Meeresfrüchte an den Ständen von San Rafael und Los Patos frisch gegrillt oder frittiert, dazu Tostones
  • Sancocho der kräftige dominikanische Eintopf, hier gerne mit Ziege
  • Dulces de Barahona Süssigkeiten aus Kokos, Milch und Guave
  • Kaffee aus Polo und Traubensaft aus Neiba

Gegessen wird in einfachen Comedores und an Strandständen, frisch zubereitet und für wenig Geld. Grosse Restaurants sind selten; genau das macht den kulinarischen Reiz der Region aus.

Barahona besitzt mit dem Aeropuerto Internacional María Montez (BRX) einen eigenen internationalen Flughafen, rund 8 Kilometer nordwestlich der Stadt. Er wurde 1996 eröffnet und ist nach der in Barahona geborenen Hollywood-Schauspielerin María Montez benannt. Regelmässige Linienflüge gibt es dorthin derzeit nicht – der Flughafen wird vor allem für Charter- und Privatflüge genutzt.

Die reguläre Anreise erfolgt daher über:

  • Las Américas (SDQ), Santo Domingo – die beste Wahl: rund 200 km bzw. 3 Stunden Fahrt nach Barahona
  • Punta Cana (PUJ) – gute internationale Anbindung, aber etwa 6 Stunden Fahrzeit
  • Cabo Rojo (Pedernales) – neuer Flughafen im äussersten Südwesten, im Aufbau befindlich

 

Ab Santo Domingo bieten wir Transfers, Mietwagen und geführte Reisen mit Fahrerguide an. Gerne offerieren wir Ihnen auch Ihren persönlichen Wunschflug zum besten Preis – nutzen Sie einfach unser Anfrageformular.

Die Anfahrt von Santo Domingo über die Autopista 6 de Noviembre und die Carretera Sánchez (Baní Azua Barahona) ist gut ausgebaut und lässt sich in etwa drei Stunden fahren. Auch die Küstenstrasse von Barahona über Paraíso und Enriquillo nach Pedernales ist asphaltiert und eine der landschaftlich schönsten Strecken der gesamten Karibik.

Abseits der Hauptachsen ändert sich das Bild schnell: Die Wege in die Sierra de Bahoruco, nach Cachote oder zum Hoyo de Pelempito sind unbefestigt, steil und teils ausgewaschen. Hier ist ein Allradfahrzeug mit hoher Bodenfreiheit zwingend. Auch Bahía de las Águilas erreichen Sie über die Landstrasse nur mit Allrad, die Alternative ist die Bootsfahrt von Las Cuevas.

Grundsätzlich gilt wie im ganzen Land: nicht gekennzeichnete Schlaglöcher, Motorradfahrer aus allen Richtungen, freilaufende Ziegen und Rechtsüberholen sind normal. Fahren Sie defensiv und möglichst nicht nach Einbruch der Dunkelheit, Strassen und Fahrzeuge sind oft unbeleuchtet. Tankstellen gibt es in Barahona, Cabral, Enriquillo und Pedernales; vor Fahrten in die Berge sollten Sie volltanken.

Der Südwesten kennt keine grossen All-Inclusive-Anlagen. Stattdessen finden Sie kleine, meist familiär geführte Hotels, Eco-Lodges und Gästehäuser, viele davon direkt an der Küstenstrasse zwischen Barahona und Paraíso, mit eigenem Zugang zu einer Kiesbucht.

Typische Grössen liegen zwischen 6 und 40 Zimmern. Der Standard ist einfach bis sehr gepflegt; einige Häuser werden von europäischen Betreibern geführt und bieten deutschsprachige Betreuung. In den Bergen gibt es rustikale Lodges und Öko-Camps, etwa in Cachote oder Polo.

Weil das Angebot begrenzt ist, empfehlen wir eine frühzeitige Buchung, besonders für die Hochsaison zwischen Dezember und April sowie für die Semana Santa. Wir kennen die Häuser persönlich und stellen Ihre Route passend zusammen.

Währung: Der Dominikanische Peso (RD$) ist die offizielle Landeswährung. Im Südwesten wird nahezu ausschliesslich in Peso bezahlt. US-Dollar und Euro werden hier, anders als in den Touristenzonen im Osten, oft nicht akzeptiert. Geldautomaten gibt es in Barahona, Neiba und Pedernales; in den kleinen Küstenorten und in den Bergen häufig nicht. Nehmen Sie ausreichend Bargeld in kleinen Scheinen mit, bevor Sie die Stadt verlassen. Kartenzahlung ist nur in grösseren Hotels und Supermärkten möglich.

Sprache: Amtssprache ist Spanisch, und im Südwesten sprechen die meisten Menschen ausschliesslich Spanisch. Englisch- oder deutschsprachiges Personal finden Sie nur in einzelnen Hotels. Ein paar Worte Spanisch, oder ein Fahrerguide, machen die Reise deutlich einfacher und schöner.

Einreise: Wie für das ganze Land muss vorab das digitale Ein- und Ausreiseformular ausgefüllt werden: eticket.migracion.gob.do. Der erstellte QR-Code wird beim Check-in und bei der Migration verlangt.

Strom: 110/120 Volt Wechselstrom, amerikanische Flachstecker, Adapter mitnehmen. Stromausfälle sind im Südwesten häufiger als im Rest des Landes; die meisten Hotels haben ein Notstromaggregat, kleine Pensionen nicht immer.

Mobilfunk & Internet: An der Küste und in den Städten gutes Netz (Claro, Altice). In der Sierra de Bahoruco, im Hoyo de Pelempito und in Teilen des Jaragua-Parks besteht kein Empfang.

Der Südwesten gilt als eine der ruhigsten Regionen des Landes. Kriminalität gegenüber Reisenden ist selten, die üblichen Vorsichtsmassnahmen genügen: Wertsachen nicht offen tragen, nachts nicht allein an einsamen Stränden unterwegs sein, Fahrzeug nicht unbeaufsichtigt beladen stehen lassen.

Wichtiger sind die naturbedingten Themen: Hitze und Sonne sind im Trockengebiet um den Lago Enriquillo extrem. Kopfbedeckung, hoher Sonnenschutz und mindestens zwei Liter Wasser pro Person, gehören ins Gepäck. Trinken Sie nur Wasser aus versiegelten Flaschen. Ein Mückenschutz ist besonders in der Regenzeit und an den Lagunen sinnvoll.

Ein Krankenhaus mit Notaufnahme gibt es in Barahona, gut ausgestattete Privatkliniken erst wieder in Santo Domingo. Eine Reisekranken- und Rückholversicherung ist für diese Region deshalb dringend zu empfehlen. Alkohol ist ab 18 Jahren erlaubt; jede Art von Drogenkonsum ist streng verboten und wird mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet, eine Freilassung gegen Kaution ist ausgeschlossen. Fahrzeuge dürfen ab 18 Jahren mit gültigem Führerausweis gelenkt werden; Verkehrskontrollen der Amet sind häufig.

Merengue und Bachata gehören auch hier zum Alltag, aus jedem Colmado und von jedem Motorrad. Der Südwesten hat darüber hinaus eine eigene, stark afrokaribisch geprägte Tradition: der Gagá (auch Rará), ein Prozessionsritual mit Bambustrompeten und Trommeln, das in den Zuckerrohrsiedlungen vor allem zur Karwoche zu erleben ist. In Barahona spielt zudem der Pri-Prí, eine ländliche Merengue-Variante mit Akkordeon.

Wichtige Termine im Jahr:

  • Karneval im Februar, in Barahona und Cabral mit eigenen, ungewöhnlichen Masken-Traditionen (Cachúas de Cabral, rund um die Karwoche)
  • Kaffeefestival in Polo im Juni
  • Fiestas Patronales Nuestra Señora del Rosario in Barahona im Oktober

Wie im ganzen Land ist der römisch-katholische Glaube dominierend, vermischt sich im Südwesten aber besonders sichtbar mit afrokaribischen Elementen. Fotografieren Sie bei Ritualen und Prozessionen bitte nur nach Rückfrage, ein kurzes Gespräch öffnet hier fast immer alle Türen.